Kulturt/r/ipp

NordArt 2022 – Kunstwerk Carlshütte – Rendsburg

Einer der lohnenswertesten Ausflüge in diesem Kulturjahr führte mich nach Schleswig-Holstein zur NordArt (Nur noch bis zum 9.10.22 geöffnet!) Auch ohne das unvergessene 9-Euro-Ticket ist der Ausflug nach Rendsburg-Büdelsdorf zur NordArt eine Empfehlung. Seit 1999 wird auf der sechs Hektar großen Parkanlage und dem Kunstwerk Carlshütte, einer umgenutzen Eisengießerei, auf weiteren 22.000 qm internationale zeitgenössische Kunst gezeigt. Naheliegender Weise sehr viele Skulpturen im Park, der an sich schon sehr reizvoll für Schlendernde angelegt ist. Die Wegeführung ist nicht zwingend, neue Ein- und Ausblicke auf Unerwartetes lassen die Zeit sehr viel schneller vergehen als erwartet. Ein Portal durchquert, philosophiert über Frauen ohne Kopf am Rand des Geländes, Fallobstwiesen durchschritten, viel (bearbeiteter) Stein ist zu sehen. Dazu silber-glänzende Dodos und ganz zentral Mr. Pinochio von Liu Ruowang aus China, dem NordArt-Preisträger 2022. Seinen überlebensgroßen Gorillas konnten die Hamburger:innen in diesem Sommer auf der Mönckebergstraße in die Arme laufen.

Nach einer (unerwartet kleinen…) Stärkung in der Alten Meierei nahmen wir uns den zweiten Teil der Ausstellung vor: Die große Halle der Kunstwerke Carlshütte, in der die Objekte neben dem Bau selbst bestehen müssen: Die große Werkhalle erzählt selbst schon so viele Geschichten, dass das Spurenlesen mindestens genauso verlockend ist wie die ausgestellte Kunst.

Was die NordArt für mich besonders machte, ist der Schwerpunkt asiatischer Kunst, neben dem Sonderprojekt mongolischer „Zwischenräume“, gab es viele Werke aus China zu sehen. Die Kurator:innen haben einen offenen Blick Richtung Osten geworfen.

Die Auskünfte zu den Kunstwerken wurden mit QR-Codes verknüpft, hinter denen PDFs zum Download hinterlegt waren. Theoretisch eine niedrige Schwelle; nach den Corona-Jahren werden deutlich mehr Menschen als vorher wissen, wie sie damit umzugehen haben – allein setzt diese Technologie einen stabilen Internetzugang am Smartphone voraus, der gerade bei älteren Menschen in dem Umfang nicht unbedingt gegeben ist. [An der Stelle sei der sehr liebevoll gestaltete gedruckte Ausstellungsplan erwähnt (s.o.), der mir im auch Nachhinein sehr gut weitergeholfen hat!] Dafür waren die vielen Sitzmöglichkeiten sehr gut. In der großen Halle konnten jederzeit Pausen eingelegt werden.

Wir benötigten fünfeinhalb Stunden zum entspannten Schauen und Laufen.

Ein lohnenswerter Kulturt/r/ipp

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